Alternativlose Wärmepumpe: Daran kommst Du nicht vorbei

Wärmepumpe im Fertighaus

Was hättest Du gern?

Angenommen, Du legst 1.000,- € auf den Tresen.

Und danach könntest Du Dir aussuchen, ob Du Ware im Wert von 1.000, 3.000 oder 4.000,- € dafür bekommst.

Du kannst wirklich frei wählen - wie entscheidest Du Dich?

Das ist es, worum es bei Wärmepumpen in Wirklichkeit geht: 

Wieviel Geld setzt Du ein - und wieviel Gegenwert bekommst Du zurück. 

Laß uns mal schauen, wie spannend das für Dich ist...

Bevor Du hier eintauchst...

Viele denken, daß Heizungs-Technologie der wichtigste Hebel zur Reduktion von Heizkosten ist - das ist falsch!

In Wirklichkeit muß die Heizung etwas ausbügeln, das an anderer Stelle (salopp formuliert) verbockt wurde.

Deshalb, falls Du es noch nicht getan hast, lies diesen Artikel zuerst.

Wärmepumpe: Energie aus dem Nichts?

Das spannende Ding bei Wärmepumpen ist, daß sie scheinbar aus dem 'Nichts' Wärme erzeugen. Viele denken zudem, daß sie mit elektrischem Strom heizen. Beides ist - zum Glück - Nonsens.

Tatsächlich ist eine Wärmepumpe eine besonders raffinierte Erntemaschine: Sie sammelt (Sonnen-)Wärme, die sich irgendwo in unserer Umgebung befindet.

Das ist bei Wärmepumpen immer die zugrundeliegende Idee, immer und ohne Ausnahme. 

Ein bißchen Grundlagen

Im praktischen Betrieb entstehen bei Wärmepumpen zwei untrennbar verbundene Effekte: auf einer Seite wird's kälter, und auf einer anderen Seite wird's wärmer. Ebenfalls immer, wie oben.

Und die Nutzung der "kalten Seite" ist die, die am weitesten verbreitet ist. Wußtest Du, daß Kühlschränke oder Gefrierschränke oder Klima-Anlagen nichts anderes als (umgetaufte) Wärmepumpen sind? Jeder Haushalt hat eines oder mehrere dieser Geräte zu Hause.

So funktioniert's technisch: 

  • Du stellst eine Flasche Mineralwasser mit Zimmertemperatur in den Kühlschrank (KS) 
  • Im KS 'sammelt' ein Kühlmittel die Wärme des Wassers ein. Es zirkuliert ständig in diesen Bögen, die man im Innenraum an der Rückwand manchmal sieht. Während des 'einsammelns' wechselt das Kühlmittel vom flüssigen in den gasförmigen Zustand.
  • Als nächstes komprimiert der KS das Kühlmittel, dabei 'sirrt' er: Du hörst das typische Kühlschrank-Geräusch.
  • Dann gibt das Kühlmittel seine Wärme aussen, an der KS-Rückseite, an die Raumluft ab. Dort findest Du ein Gitter, es erinnert ein wenig an einen Handtuch-Heizkörper, der aus dünnen Rohren hergestellt wurde. Und tatsächlich: Es ist ein einfacher Mini-Heizkörper, der die gesammelte und komprimierte Wärme an die Umgebung abstrahlt.

Kompression ist interessant!

Wenn das gasförmige Kühlmittel komprimiert wird, steigt seine Temperatur. Das ist praktisch angewandte Physik, um die 'geerntete' Wärme auf ein höheres Niveau zu pumpen.

Die Kompression kannst Du theoretisch beliebig stark machen: Je stärker, desto höher die Temperatur. Beim Kühlschrank schätze ich, sind es etwa 40°C, auf die hochgepumpt wird. Warm genug, damit die Raumluft auch im Winter die abzugebende Energie aus dem Kühlschrank aufnehmen kann. 

Also, das ist der Trick: Aus 20°C werden 40°C - durch Kompression.   

Erprobte Technologie

Hier und da höre ich Einwände: Das ist ja alles modernes Zeug, keiner weiß, ob das überhaupt funktioniert. Oder: Es gibt ja keine Langzeit-Erfahrungen.

Ich habe bei Wikipedia nachgesehen: Seit 1834 werden Kühlschränke kommerziell vermarktet. 

Heute bekommst Du natürlich effizientere Technik, aber unter dem Strich ist das physikalische Grundprinzip heutiger Geräte exakt das gleiche wie damals.

Es ist also in jeder Hinsicht ausgereift und sturmerprobt.

Und wie heizt man damit?

Dieser Aspekt interessiert Dich vermutlich am stärksten, denn als Bauherr/in bist Du natürlich auf der Suche nach einer energiesparenden und umweltschonenden Heizung. Nun, da bist Du bei der Wärmepumpe goldrichtig.

Schauen wir uns kurz an, was genau unsere 'Erntemaschine' eigentlich 'erntet'.

O sole mio...

Sonnenwärme ist in unserer Umwelt. Und jederzeit, überall und kostenlos verfügbar.

Wenn Du jetzt an einen hellen, warmen Sommertag mit blauem Himmel und Sonne auf Deiner Haut denkst - das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Wärmepumpen hingegen genügt indirekte Sonnenwärme, die bereits irgendwo gespeichert ist. Daraus gewinnen sie etwa acht bis 12°C – egal, ob das Wetter sonnig oder regnerisch ist. Und es ist egal, ob gerade Tag oder Nacht ist. 

Um das besser zu verstehen, begleiten wir einen einzelnen Sonnenstrahl auf seinem Weg zur Erde:

  • Die Luft

Von der Sonne kommend, erreicht unser Sonnenstrahl die Atmosphäre und erwärmt dabei die Luft. Übrigens: Wenn Du an 'erwärmen' denkst, mußt Du keine menschlichen Maßstäbe anlegen. Denn auch, wenn Luft-Temperaturen von nur -5°C herrschen, hat der Sonnenstrahl seinen Job gemacht. 

  • Die Erde mit Grundwasser

Dann trifft er auf die Erde und wird vollständig absorbiert. Das führt dazu, daß bis zu etwa 100 Meter Tiefe unsere Erde immer noch (!) von der Sonne erwärmt wird. Wäre irgendwo unterwegs Grundwasser, wäre für dessen Temperatur ebenfalls unser Sonnenstrahl die Ursache.

Hier ein erstes, vielleicht ein überraschendes Zwischenergebnis:

Egal, von welcher Wärmepumpe Du sprichst - es ist immer Sonnenenergie, die einer Wärmepumpe als Energiequelle dient.

Wir finden sie in Luft, im Grundwasser oder in den ersten 100mtr der Erdkruste. Um die dort gespeicherte Sonnenenergie zu ernten, werden unterschiedliche 'Wärmetauscher' eingesetzt. Falls Du mehr darüber wissen willst: Im Fertighaus-Webinar wird alles genau erklärt. 

Geld ernten mit einer Wärmepumpe

Stell Dir vor, Du kommst in eine Art Mini-Spielhalle mit nur drei Münz-Automaten. Jeder hat einen Einwurfschlitz und ein Ausgabefach. Die erste Maschine ist beschriftet mit 'V', die nächste mit 'L' und die dritte mit einem 'S'.

Ein freundlicher Mensch kommt zu Dir, schenkt Dir zehn Ein-Euro-Münzen und ermuntert Dich, die Automaten auszuprobieren.

  • Du gehst zum ersten Automat, beschriftet mit dem Buchstaben 'V'. Nachdem Du einen Euro reingesteckt hast, kommt ein Euro im Ausgabefach raus. 'Aha...', denkst Du - und gehst weiter.
  • Beim nächsten Gerät wirfst Du wieder einen Euro ein, diesmal ist es die L-Version. Dieser Automat spuckt drei Euro aus. 'Okay...', denkst Du, wirfst einen weiteren Euro ein - und er spuckt wieder drei aus! Du beschliesst spontan, den dritten Automaten zu testen...
  • ...es ist der mit dem Buchstaben 'S': Kaum hast Du einen Euro eingeworfen, purzeln unten v-i-e-r muntere Euro ins Ausgabefach. Weltklasse! Einen Euro reinstecken, vier kassieren. Du steckst alle verbleibenden Münzen rein, kassierst den Gewinn und kaufst auf dem Weg nach Hause eine schöne Flasche Champagner :-)...

Nur eine schöne Geschichte?

Wenn Du Geld in eine L- oder S-Wärmepumpe (was das ist, folgt unten) steckst, bekommst Du den DREIFACHEN oder sogar VIERFACHEN Output im Vergleich zur Gasheizung. Andersrum formuliert: Mit einer Wärmepumpe DRITTELST oder VIERTELST Du Deine Heizkosten, hast aber das gleiche Wärme-Ergebnis wie bei Gas. Das ist nicht nur eine schöne Geschichte, das ist mein voller Ernst!

Ladies & Gentlemen, darf ich vorstellen

  • Gasheizung

Das ist der Automat mit dem Buchstaben V: Das steht für 'Verbrenner', denn eine Gasheizung erzeugt Wärme durch Verbrennung. Es gibt auch Öl- und Pelletheizungen, das sind ebenfalls Verbrenner. Insofern dient die Gasheizung hier als Platzhalter für alle Verbrenner.

Eines haben alle Verbrenner gemeinsam: Wenn Dein Wärmebedarf 100% beträgt, muß Du für 100% Brennstoff einkaufen. Deshalb das 1:1-Geschäftsmodell: Du gibst einen Euro rein - und bekommst Energie im gleichen Wert zurück. 

Übrigens: Das Wort 'Gas' beginnt mit dem Buchstaben 'G', genauso wie die Worte 'gestern' oder 'Geisterfahrer'. Wer Dir für Dein Neubau-Fertighaus ernsthaft eine Gasheizung anbietet, ist entweder ahnungslos oder ein Geisterfahrer.

Gasheizung bzw. Verbrenner generell solltest Du aussortieren.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe

Das ist die mit dem 1:3-Verhältnis: Du wirfst einen Euro ein und bekommst drei zurück. Oder anders herum gesagt: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe DRITTELT Deine Heizkosten im Vergleich zu einer Gas-Brennwert-Lösung.

Inzwischen gibt's hier richtig gute Systeme, in den letzten Jahren wurde die Effizienz der Anlagen nochmals stark verbessert.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist inzwischen meine #1-Empfehlung: In den allermeisten Fällen ist sie die wirtschaftlichste Lösung.

  • Erdwärme

Sole-Wasser-Wärmepumpe ist der Fachbegriff für diese Heizung, die umgangssprachlich Erdwärme-Heizung genannt wird. Sie ist die effizienteste von allen (1:4), aber leider auch die teuerste. Zudem (s.o.) ist der Effizienz-Vorsprung in den letzten Jahren zusammengeschmolzen. Dennoch, wenn nicht ums Geld geht: nimm Erdwärme. 

Vorteil Nr. 1 - Tiefenbohrung

Am stärksten gefordert sind Wärmepumpen im Winter. Während eine Luft-Wasser-Wärmepumpe dann mit kalter Winterluft arbeiten muss, liefert eine Tiefenbohrung unbegrenzt Energie. Denn ab ca. 80cm Tiefe herrschen im Erdreich konstante Temperaturen von etwa 10-12°C. Es spielt also keine Rolle, wenn oben eisige Minusgrade herrschen.

Vorteil Nr. 2 - Kühlung kostenlos

Im Winter wird Wärme ins Haus hinein transportiert - im Sommer kannst Du den Spieß einfach umdrehen: Die Wärme wird aus dem Haus ins Erdreich gepumpt. Der Clou dabei: Der Kompressor bleibt ausgeschaltet, eine winzig kleine Kreiselpumpe mit ebenso winzigem Strombedarf erledigt den Kühljob zur Deiner vollsten Zufriedenheit. 

  • Mehr Hintergrund-Wissen

Wie sich Wärmepumpen technisch Sonnenwärme holen, erklärt das Fertighaus-Webinar. Und nicht nur das. Falls Du noch nicht teilgenommen hast: Hier findest Du mehr Informationen.

Die Sache mit dem Strom

Jetzt ist Dir sicher klar geworden, wie Deine Heizkosten entstehen, obwohl Du gar nichts mehr verbrennst: Du zahlst für den Strom, den der Wärmepumpen-Kompressor verbraucht. Etwa 35,- € sind es bei Erdwärme, etwa 40,- € sind es bei Luft-Wasser-Wärmepumpe - jeweils monatlich.

Wenn Du bei 'Stromverbrauch' automatisch an Photovoltaik denkst, bist Du auf der Überholspur in Richtung Zukunft. Jedenfalls könntest Du mit Wärmepumpe und PV Deinen Strombedarf nahezu komplett selber decken. 

Noch ein Grund mehr, Verbrennern die rote Karte zu zeigen und sie vom Platz zu stellen.

Noch zwei Tipps

1. Investitions-Schutz vs. 'Heisse Luft'

Aktuell nutzen alle namhaften Heizungshersteller Fußbodenheizung zur Wärmeübertragung im Haus. Und das ist gut so. Denn falls irgendwann Deine Wärmepumpe erneuert werden muß, nimmst Du einfach eine andere Anlage, die kompatibel mit Deiner Fußbodenheizung ist.

An eine Fußbodenheizung kannst Du wortwörtlich irgendeine Heizung von irgendeiner Firma anschließen, und die Auswahl ist gigantisch. 

Aber was ist, wenn Du keine Fußbodenheizung hast? Dann wirst Du vermutlich irgendwann alle Böden aufreissen, um eine nachzurüsten...

2. Nur ein einziges System

Sei bitte sensibel, wenn ein Anbieter ein bestimmtes System über den grünen Klee lobt. In solch einem Fall, frag’ doch einfach mal, ob sie auch noch etwas anderes anbieten. Falls nicht, weißt Du, woher der Wind weht...

Hast Du Fragen oder brauchst Du Beratung?

Nimm einfach Kontakt auf: Wie das geht, findest Du unten. Ich freue mich, Dir zu helfen!