Was kostet ein Fertighaus?

Genauer: Was kostet ein Fertighaus wirklich

Der Traum vom eigenen Haus: Das schlüsselfertige Fertighaus verspricht eine stressfreie Bauzeit, beherrschbare Abläufe und vor Allem: Kalkulierbare Kosten für das neue Zuhause. Alles unkompliziert und neben dem anstrengenden Beruf machbar.

Diese Idee inspiriert viele, die ungewohnte Rolle als Bauherr und  einen Hausbau ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Manche Fertighaus-Hersteller nutzen diese Erwartungshaltung. Sie ködern Interessierte mit verlockend günstigen Preisen. Wer dann nicht aufpasst, zahlt erheblich mehr als anfangs gedacht.

Must-Haves einer belastbaren Fertighaus-Kalkulation

Egal ob Fertighaus oder Massivhaus: Stets sind beim Hausbau die Gesamtkosten entscheidend. Bereitwillig nennen die meisten Fertigbau-Unternehmen Dir einen Preis für das Haus. Leider ist das bei Weitem nicht alles! Die entscheidende Frage ist also:

Was kostet ein Fertighaus - unter Berücksichtigung aller Kosten, die sonst noch dazu kommen?

1. Das Grundstück

Das Grundstück als solches kostet Geld. Und dieses Geld fließt in die Gesamtkalkulation ein, klar. Aber das ist nicht, was ich hier meine. 

Sondern: Der Bauplatz beeinflusst massiv die Planung Deines Hauses - und damit auch die Hausbau-Kosten. Magst Du ein paar Beispiele? 

Es gibt vielleicht bestimmte Bebauungsvorschriften, es sind Abmessungen oder vielleicht sogar eine Hanglage zu berücksichtigen. Oder das Grundstück hat einen hohen Grundwasserspiegel.

Faktoren dieser Art 'kaufst' Du bei der Auswahl Deines Bauplatzes mit!

Sie spielen bei der äusseren und räumlichen Gliederung Deines neuen Eigenheims eine entscheidende Rolle. Denn die daraus resultierenden Änderungen am Standard-Grundriss werden Dir in Rechnung gestellt. Willst Du also verläßlich wissen, wieviel Dein neues Zuhause kosten wird, mußt Du zwingend wissen, welche Eigenschaften der Bauplatz mit sich bringt.

Tipp: Ohne Bauplatz gibt's keine konkrete Planung. Und ohne konkrete Planung gibt's keinen konkreten Fertighaus-Preis!

2. Die Änderungen

Im letzten Abschnitt haben wir besprochen, daß Bauplatz-Eigenschaften die Hausplanung beeinflussen: Diese Änderungen sind sozusagen zwingend, damit Haus und Grundstück zueinander passen. Jetzt sprechen wir über die Änderungen, die Du willst oder brauchst. Damit aus einem Haustyp aus dem Katalog (D)ein individuelles Traumhaus wird.

Häufig werden Fertighäuser so verkauft: „Lieber Bauherr, bestellen Sie diesen Haustyp, und die Änderungen besprechen Sie dann mit dem Architekten.“

Wenn Du Dich darauf ernsthaft einlässt, tja, kann ich Dir auch nicht mehr helfen. Denn dann hast Du einen Vertrag über einen Standard-Grundriss unterschrieben, ohne die höheren Kosten für Deine individuellen Änderungswünsche zu kennen!

Falls Du dann gezwungen bist, aufgrund 'überraschend' gestiegener Baukosten den Vertrag mit dem Fertighaus-Unternehmen zu kündigen: Die Vertragsstrafe dafür liegt bei 8-10% der Auftragssumme. Und dazu kommen schlimmstenfalls noch die Storno-Kosten der Baufinanzierung, das sind ebenfalls mehrere Tausend Euro.

Das willst Du nicht!

Tipp: Fixiere vertraglich immer das Fertighaus, das Du bauen willst! Einen bestimmten Katalog-Haustyp bestellst Du nur, wenn er a) tatsächlich auch gebaut werden soll und b) auch gebaut werden darf - Stichwort ‚Grundstück und dessen Eigenschaften‘.

3. Die Bauqualität

Es geht um die inneren Werte, die es auch beim Hausbau gibt: Angefangen von der Einfachst-Konstruktion bis hin zum hochwertigen Luxus-Konzept, gibt's alles auch beim Fertighaus.

Die Besonderheit bei einem hochgradig emotionalen Eigenheim ist, daß Du Deine qualitativen Eindrücke leicht 'übersiehst''. Schließlich sehen die meisten Musterhäuser super aus und Du wirst überschüttet mit vielen visuellen Eindrücken und tollen Emotionen.

Mancher Hersteller hat zudem regelrechte Tarnkappen entwickelt, um seine 'Qualität' aufzuhübschen.

Tipp: Über Bauqualität wird ausführlich im Fertighaus-Webinar gesprochen. Dort erfährst Du auch, woran Du ein hochwertiges Fertighaus erkennst. Mehr Infos findest Du hier


PS: Ich persönlich bin generell für hohe Qualität, das macht sich immer bezahlt. Wenn Du also einen Preis anforderst, bekommst Du hier immer den für ein hochwertiges Fertighaus. Willst Du etwas Billiges? Dann mußt Du woanders hingehen ;-)

4. Die Lücken im Lieferumfang

Im Idealfall gehören sowohl Fertighaus, Architekt, Fundament (also Keller oder Bodenplatte) als auch alle Ausbaugewerke zum vertraglich vereinbarten Lieferumfang.

Dein großer Vorteil bei solch einem All-In-Paket: Du trägst beim Hausbau kein Kostenrisiko und der Anbieter selber kann nicht aus der fachlichen Gesamtverantwortung raus.

Leider wirst Du diesen Idealfall in der Praxis nur sehr selten antreffen. Meistens findest Du stattdessen eine Kombination dieser Konstellationen:

  • Architekt fehlt

Bei den weitaus meisten Fertighausfirmen mußt Du den Architekten selbst beauftragen. Einen Architekten zu finden, ist dabei sehr einfach. Denn er wird in aller Regel vom Haushersteller empfohlen.

Was zunächst nach einer super Arbeitserleichterung für Dich klingt, kann leicht zu einem Interessens-Konflikt führen: Einerseits ist der Architekt davon abhängig, daß ihn das Fertighaus-Unternehmen weiterhin mit Aufträgen versorgt. Andererseits gehört er erst nach der Auftragserteilung zu Deinem Team...

Das bedeutet im Klartext: Selbst wenn einem von Dir beauftragten Architekten wichtige oder kostenrelevante Aspekte im Umfeld Deines Projekts auffallen: Erst nachdem Du ihn beauftragt hast, ist er verpflichtet, Dich im Rahmen seiner vertraglichen Bindung aufzuklären.

Und nochmal auf den Punkt gebracht: Den Architekten selber zu beauftragen, bedeutet natürlich auch, daß Du sein Honorar zahlst. 

Tipp: Frage gezielt, wie teuer das Architektenhonorar für Dein Projekt ist. Beachte dabei, daß unterschiedlich hohe Honorarkosten für Kataloghäuser und freie Planungen entstehen können.

  • Fundament fehlt

Oft wirst Du beim Hausbau zusätzlich zum Architekt auch den Keller oder die Bodenplatte, also das Fundament selber beauftragen müssen. Und auch hier liegt der Teufel sprichwörtlich im Detail: Denn das Fundament muss maßgeschneidert für das Fertighaus hergestellt werden. Klingt trivial? Nun, hier dazu ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Fertighaus-Hersteller hat versehentlich einen Fehler in seine Planungs-Unterlagen gezeichnet. Du als Laie erkennst das natürlich nicht. Du leitest also die Unterlagen ganz normal an ‚Deinen’ Kellerbauer weiter. Erst bei der Abnahme des Kellers durch den Fertighaus-Hersteller wird plötzlich klar: Etwas ist schief gelaufen.

Drei Preisfragen an Dich: Wer vermittelt jetzt zwischen dem Fertighaushersteller und dem Kellerbauer? Wer organisiert, daß der Schaden beseitigt wird? Wer sorgt dafür, daß notfalls Geld das Problem löst?

Die Antwort lautet jedes Mal: Du.

Natürlich kannst Du juristisch dagegen vorgehen - aber das dauert Monate! Und mal ehrlich, wolltest Du nicht eigentlich eine stress- und reibungsfreie Bauphase, bei der Du als VIP-Gast entspannt zusehen kannst?

Tipp: Viele Köche verderben den Brei! Wenn Du sicher wissen willst, was Dein Fertighaus Dich am Ende gekostet haben wird, sorge von Anfang an dafür, daß nur ein einziger Vertragspartner alle Baugewerke liefert. Zum Festpreis natürlich!

5. Die Ausbaustufen

Jedes Fertighaus-Unternehmen bietet seine Produkte in verschiedenen Fertigstellungsgraden an - das sind die sogenannten Ausbaustufen.

Grundsätzlich gibt es drei Ausbaustufen. Schlüsselfertig und Ausbauhaus sind die beiden Extremfälle: Einmal ist das Haus (so gut wie) fertig und einmal ist es ein kompletter Rohbau. Dazwischen gibt's dann noch Abstufungen, die je nach Hersteller unterschiedlich variabel ausfallen. Sehen wir es uns genauer an:

  • Schlüsselfertig

Das ist die meistverkaufte Ausbaustufe im Einfamilienhaus. Dabei machst Du nichts oder fast nichts selber.

Leider gibt's für den stark strapazierten Begriff 'Schlüsselfertig' weder eine rechtssichere Definition noch einen verbindlichen Leistungsumfang. Jeder Hersteller kann also sein Paket so benennen, wie er das für richtig hält.

Ist ein Schlüsselfertig-Angebot auffallend günstig? Dann schau besser ganz genau hin: Vielleicht, weil im Vergleich zu anderen Anbietern so einiges fehlt...

  • Ausbauhaus

Bei dieser Ausbaustufe bekommst Du das Mini-Mini-Leistungspaket: Das Unternehmen liefert ganz wenig - Du hingegen machst maximal viel in Eigenregie.

Selbst hier mußt Du jedoch genau hinsehen. Bei Bausatz-Lieferanten sieht das Haus von aussen fertig aus. Gehst Du aber rein, sieht's aus wie in einer Filmkulisse: Du siehst hohle Aussenwände. Du siehst keine Innenwände, sondern nur deren Balken. Und die Geschossdecke gibt's nicht - Du hast 'freie Sicht' bis hoch zum First.

Andere Anbieter wiederum liefern Dir voll gedämmte und Innen- und Aussenwände mit sofort begehbaren Decken. Und auch dort ist die Produktbezeichnung identisch: Ausbauhaus.

Dein Learning: Unter identischen Bezeichnungen können sich völlig unterschiedliche Leistungspakete verbergen. Selbst auf dem niedrigsten Leistungsniveau mußt Du genau hinsehen.

  • Individuelle Ausbaustufen

Eine individuelle Ausbaustufe gibt Dir größtmögliche Flexibilität: Dabei wählst Du die Gewerke aus, die Du selber machen willst. Nicht jede Fertigbaufirma macht das mit, einige haben auch 'feste' Ausbaustufen. Frage im Zweifel einfach nach.

Tipp: Klingt skuril, ist aber so: Hinter (sehr) günstigen Preisen stecken ganz oft höhere Baukosten. Mit genauen Fragen findest Du die Lücken und vermeidest preislich bösen Überraschungen.

6. Eigenleistung

Die Idee hinter Eigenleistung ist simpel und genial: Du sparst Geld, weil das Du das Fertighaus selber wohnfertig machst. Deine Arbeitsleistung ist also die Eigenleistung, frei nach der Devise: Geld sparen durch Selbermachen.

Die Klassiker sind Malerarbeiten und Bodenbeläge: Etwa 80% meiner Kunden machen diese Gewerke selber.

So berechnest Du den Wert einer Eigenleistung (die Bank macht's genauso):

Angenommen, beim Fertigbauer würden die Malerarbeiten 10.000,- € kosten. Du schaust im Internet nach: Für Kleister, Acryl, Tapete und Farbe würdest Du 2.000,- € zahlen. Den eigentlichen Job würdest Du selber machen.

Das hier ist die Formel, um den Wert der Eigenleistung zu berechnen:

Gewerke-Preis - Materialkauf = Wert der Eigenleistung

Mit ein wenig handwerklichem Geschick sparst Du in unserem Beispiel also 8.000,- €. Und bei der Baufinanzierung wird der Betrag als Eigenkapital anerkannt.

Womit wir zu einer interessanten Frage kommen:

Lohnt sich Eigenleistung überhaupt?

  • Eigenleistungen selber ausführen

Bei den oben bereits erwähnten ‚Bausatz-Lieferanten‘ kannst Du diese Frage gar nicht erst stellen. Deren Geschäftsmodell besteht nämlich darin, Dir eine Grundkonstruktion plus zusätzlich möglichst viel Material zu verkaufen.

So verdienen sie zwar prächtig am Materialverkauf, müssen aber kein teures Personal für die Fertigstellung des Hauses beschäftigen.

Daß Du bei Bausatz-Lieferanten keine Wahl hast, wird so deutlich nicht immer gesagt. Im Verkaufsgespräch ‚beweisen’ sie Dir stattdessen riesige Einsparpotenziale. Mit teils abenteuerlichen Berechnungen. 

Oft genug geht's dann so aus: Man braucht dreimal länger als geplant, alle Freunde sind davongelaufen und am Schluß mußten doch noch Handwerker gefunden werden, um das Haus fertig zu bekommen.

So kann ein vermeintlich günstiges Ausbauhaus zum terminlichen und finanziellen Alptraum werden...

  • Fremdvergabe von Eigenleistungen

Der zweite Weg mit Eigenleistungen umzugehen, ist die Fremdvergabe: Dazu löst Du gezielt Gewerke aus dem schlüsselfertigen Haus heraus, um sie von anderen Handwerker-Firmen ausführen zu lassen.

Das macht natürlich nur Sinn, wenn für Dich ein handfester Vorteil herausspringt. Was könnte das sein?

  • Entweder: Du bekommst dort die gleiche Leistung, zahlst aber deutlich weniger,
  • oder: Du zahlst zwar den gleichen Betrag, bekommst eine bessere Ausstattung. Also zum Beispiel wären Fliesen, Innentüren und Badkeramik deutlich hochwertiger als im eigentlichen Angebot. 

Tipp: Rechne unbedingt selber nach! Fordere vom Unternehmen immer zwei Preise ein, nämlich mit und ohne Eigenleistung. Im Internet kannst Du ganz leicht Preise für Material recherchieren. Wenn Du dann, anhand Deiner Zahlen, die Ersparnis nicht nachvollziehen kannst: Finger weg! 

Drei Profi-Tipps, die Deine Fertighaus-Kalkulation wasserdicht machen

1. Baunebenkosten realistisch kalkulieren

Neben dem Bauplatz und dem Haus gibt's noch ein weiteres Kosten-Schwergewicht in Deiner Budget-Planung: Die Baunebenkosten.

Das sind die Kosten für Dienstleistungen, die nicht vom Fertighaus-Unternehmen erbracht werden, zum Gelingen des Projektes aber unbedingt erforderlich sind. 

Achte bei Baunebenkosten unbedingt auf:

  • Unterschiede im Leistungsumfang: Fehlen bei der  der Fertighaus-Firma Leistungen, steigen zwangsläufig die Nebenkosten. Das bedeutet im Umkehrschluss, daß die Nebenkosten firmenspezifisch sind. Es gibt dafür also keine allgemein gültige Summe, die immer passt.
  • Die Beschaffenheit des Grundstücks: Je steiler es ist, desto aufwendiger sind die Erdarbeiten - desto höher die Zusatzkosten. Und: Die Distanz zwischen Fertighaus und Straße bestimmt, wie teuer die Hausanschluss-Kosten werden.

In Beratungsgesprächen werden Nebenkosten oft stiefmütterlich behandelt. Aus Sicht der Berater ist schließlich ist jeder Euro, der dafür ‚draufgeht‘, ein Euro weniger für das Fertighaus.

Tipp: Baunebenkosten sind zu umfangreich, um hier erschöpfend behandelt zu werden. Für jetzt und hier: Sei Dir bewusst, daß Du sie für jede Firma individuell ermitteln mußt. Frage gezielt nach, welche Baunebenkosten anfallen. Arbeite für jede Firma mit einer Checkliste, die Du hier als PDF kostenlos anfordern kannst.

2. Werkvertrag und Angebot: Vollständig und rechtssicher?

Der Bau eines schlüsselfertigen Hauses ist für die meisten von die größte und teuerste Anschaffung im Leben.

Wichtig im Zusammenhang mit Angebot und Bestellung ist:

  • Das Angebot, daß Du vor Auftragserteilung bekommst, sollte 1:1 der Unterlage entsprechen, die Du als Bauherr später bei der Beauftragung unterschreiben sollst.
  • Dazu gehören insbesondere der Angebotstext, Dein individueller Fertighaus-Grundriss, die Bau- und Leistungsbeschreibung sowie der Werkvertragstext.
  • Prüfe diese Werkvertrags-Unterlagen gründlichst und in Ruhe auf Vollständigkeit und Inhalt, bevor Du sie unterschreibst.
  • Der Gesetzgeber schreibt vor, daß Dir die vollständigen Unterlagen ca. 14 Tage vor Unterschrift eines Werkvertrages vorliegen müssen.

Tipp: Falls die 14 Tage nicht eingehalten wurden, verlängert sich Dein normales, 14-tägiges Widerrufsrecht um ein ganzes Jahr auf 12 Monate und 14 Tage. Das ist kein Scherz! 

3. Vor-Bemusterung für ultimative Preis-Transparenz

Selbst bei einem Ausbauhaus kann der Preis-Teufel im Detail liegen, das haben wir bereits weiter oben gesehen. Erst recht gilt dies für Schlüsselfertig-Häuser. Denn weitere Ausstattungsdetails wie Fliesen, Türen, Lichtschalter und Sanitär-Keramik sind in den Bau- und  Leistungsbeschreibungen meist nur abstrakt beschrieben. Und dort gezeigte Produktfotos sind nachbearbeitet, damit Du die Ausstattung als vorteilhaft und hochwertig wahrnimmst.

Gedruckte Unterlagen oder Photos sind also bestenfalls zweite Wahl. Insbesondere dann, wenn Du Dich bald für einen Anbieter entscheiden willst. Wenn Dein Projekt also auf die Zielgerade geht, solltest Du die Ausstattung persönlich in Augenschein nehmen: Exakt dafür ist eine Vor-Bemusterung.

Vor-Bemusterung heisst der Vorgang, weil Du das vor der Auftragserteilung machst. Dein Vorteil: Nach der Vor-Bemusterung weisst Du präzise, wieviel Dein Einfamilienhaus - mit der von Dir gewünschten Ausstattung - bei diesem Unternehmen tatsächlich kosten wird. Übrigens, die Vor-Bemusterung selber sollte immer kostenlos sein.

Wie läuft eine Vor-Bemusterung in der Praxis ab?

Ganz einfach: Du fährst zum Bemusterungs-Zentrum der Fertighausfirma. Schau Dir dort Gewerk für Gewerk an, welche Produkte in Deinem preislich enthalten sind. Üblicherweise begleitet Dich 'Dein' Verkäufer dabei, denn er kennt ja auch das Angebot, das er geschrieben hat.

Wenn Du dabei feststellst, daß Dir etwas nicht gefällt, frage nach dem Mehrpreis für das Upgrade. Übrigens würdest Du hierbei auch merken, ob Du tatsächlich die große Auswahl und hohe Qualität bekommst, die Dir versprochen wurde.

Tipp: Eine Vor-Bemusterung macht immer Sinn - egal ob Du schlüsselfertig baust oder nicht. Nur mit einer Vor-Bemusterung bekommst ein wirklich klares Bild über den Endpreis Deines neuen Zuhauses. Sobald Du in die Phase der Anbieter-Auswahl gehst, mache mit jedem eine Vor-Bemusterung.

Lohnt sich ein Effizienzhaus KfW-55, KfW-40, KfW-40-Plus? 

Für besonders energieeffiziente Neubauten bekommst Du von der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Fördergelder.

Die Förderhöhe folgt dabei einem Stufenmodell. Und: Wenn Dein Haus mit Wärmepumpe beheizt wird, bekommst Du sogar noch einen Bonus.

Vorab: Sachverständiger ist verpflichtend

Um die Effizienzhaus-Fördermittel zu erhalten, brauchst Du zwingend einen von der KfW-Bank zugelassenen Sachverständigen. Er bestätigt am Ende der Baumaßnahme, daß das Haus entsprechend den Förderkriterien errichtet wurde.

Dieser Sachverständige kostet natürlich Geld.

  • Von seiner Rechnung erstattet Dir die KfW-Bank 50%, maximal jedoch 5.000,- €.
  • Bei vielen Fertighaus-Anbietern musst Du den Sachverständigen selber beauftragen. Das wäre schlecht für Dich, denn sein Honorar zahlst dann Du.
  • Einige wenige Fertighausfirmen stellen Dir das Gutachten und eine Proforma-Rechnung über 10.000,- € kostenlos zur Verfügung. Damit kannst Du die 5.000,- € direkt selber einkassieren.

Tipp: Manche Marketing-Texte suggerieren, daß Du Gutachten und Proforma-Rechnung kostenlos bekommst. Frage bei  jedem Anbieter und hake so lange nach, bis Du Klarheit hast.

Effizienzhaus KfW-55 EE

  • Ein Effizienzhaus KfW-55 EE (Erneuerbare Energien) rechnet sich immer. Die Fördermittel übersteigen das 'Mehr' an Investitionen bei Weitem.
  • Zusätzliches Plus: Deine Heizkosten - im Vergleich zu Gas - reduzieren sich um etwa 50%.
  • Für das Effizienzhaus KfW-55 EE bekommst Du 26.250,- € Fördermittel.

Tipp: Für ein KfW-55-Haus solltest Du Dich mindestens entscheiden.

Effizienzhaus KfW-40 EE

Bei einem KfW-Effizienzhaus 40 EE mußt Du schon genauer rechnen. Ist Dir vielleicht schon aufgefallen, daß viele Fertighäuser im KfW-40-Standard recht einfache Gebäudestrukturen haben? Also keine Erker, Wintergärten oder Gauben?

Das ist kein Zufall: Solche Anbauten erhöhen den KfW-40-Dämmaufwand beträchtlich - und gleichermaßen den Preis des Hauses. Massiv teurer wird  KfW-40 übrigens, wenn Du mit Keller bauen willst.

  • Bei einem KfW-40-Haus mußt Du zwingend eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einbauen.
  • Für ein KfW-40-Haus mit Anbauten (z.B. Erker, Wintergarten), Klinker oder Keller erhöhen sich die Preise beträchtlich:  Bei den ohnehin schon exzellent gedämmten Häusern gehen noch stärkere Dämm-Maßnahmen richtig ins Geld.
  • Für ein Effizienzhaus KfW-40 EE bekommst Du weitere 7.500,- € Fördermittel.

Tipp: Manche Fertighaus-Firma bietet nur KfW-40 oder KfW-40-Plus an. Sei dann besonders aufmerksam, weil das Unternehmen Dich natürlich nicht neutral beraten wird.

Effizienzhaus KfW-40-Plus

  • Eine Photovoltaik-Anlage mit Batteriespeicher macht aus einem Effizienzhaus KfW-40 ein KfW-40-Plus.
  • Kleiner Wermutstropfen: Du bekommst für den Schritt von 40 auf 40-Plus nur noch 3.750,- €.

Tipp: Ausgehend von KfW-55, laß Dir in Angeboten immer die Mehrpreise für KfW-40 und KfW-40-Plus ausweisen. So kannst Du selber überprüfen, ob es sich wirklich rechnet.

Fertighaus-Preise: Willst Du's ungefähr oder ganz genau ?

1. Ungefähre Fertighaus-Preise

Diese Preise nenne ich Richtpreise: Du erfährst ungefähr aber realistisch, womit Du rechnen mußt. 

Sie bleiben deshalb im Ungefähren, weil keine grundstücks-bedingten Änderungen (siehe Änderungen) berücksichtigt werden. 

Viele Kunden nutzen Richtpreise zur Orientierung, zum Beispiel:

  • Sie überlegen, ob ein Fertighaus eine Alternative zu einem bestehenden Haus sein könnte
  • Für ein erstes Bau-Finanzierungsgespräch brauchen sie realistische Preise
  • Sie fragen sich, ob sie sich ein bestimmtes Unternehmen leisten können oder wollen
  • Für eine Vorauswahl: Danach führen sie detaillierte Gespräche mit den interessanten Firmen.

2. Ganz genaue Fertighaus-Preise

Dieses Vorgehen bietet Dir preislich maximale Gewissheit: Zuerst erstellen wir eine individuelle 'Extra-für-Dich-Planung'. 

Du bekommst also nicht den Preis eines Kataloghauses, sondern erfährst die Kosten für Dein Fertighaus.

Dadurch sind sowohl die Einflüsse des Grundstücks als auch Deine Wünsche im Angebotspreis enthalten.

Der Ablauf sieht ungefähr so aus:

  • Die Situation des Grundstücks und Deine Wünsche besprechen
  • Die Haus-Planung wird entworfen
  • Du bekommst die maßgeschneiderte Planung und das zugehörige Festpreis-Angebot 

Wichtig für Dich: Auch das gehört zum Service, Du zahlst dafür nichts.

Triff jetzt Deine Wahl:

1. Jetzt Kontakt-Infos eintragen,

2. den Preis-Typ wählen,

3. der Zugang kommt sofort.

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